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Die digitale Reise beginnt

Reisebericht zuVanlife

Die Welt ist gespalten. Bei Mode oder Politik, bei den Hobbies und auch in Sachen Urlaub. Ganz besonders in Sachen Urlaub, denn den mögen wir alle. Der Urlaub hat sich vom Privileg zum Persönlichkeitsrecht gemausert und ist, neben den Lebenshaltungskosten und Unterhaltszahlungen, der einzige Grund vieler Menschen überhaupt aufzustehen und arbeiten zu gehen. Es geht schon lange nicht mehr um Sonne VS Schnee, es geht um pauschal VS individual. Flugzeug VS Automobil. All-Inclusive VS Vanlife.

Aber was ist Vanlife überhaupt? Es ist das sprichwörtliche Leben im Bus. Inspiriert von einer Welle aus der den USA, wo – vielleicht auch dem absurden credit score-System und Häusermarkt im Land der Mutigen und Freien geschuldet – viele Wohnungs- und Hausbesitzer die Immobilie gegen eine fahrende Unterkunft tauschten.

„Van“ ist hier evtl. etwas irreführend, da die Zulassungszahlen für die Fahrzeugkategorie Van tatsächlich rückläufig sind. Aber die Zulassungen für Transporter explodieren. Und die Transporter sind die Fahrzeuge, die nun mehrheitlich als rollendes Zuhause ausgebaut werden. Das Fahrzeug wird den Wünschen des Besitzers nach angepasst, sehr häufig in Eigenarbeit. Wobei, wie das bei Trends so ist, die Van-Werkstätten in hippen Zentren wie Leipzig und Berlin zuletzt aus dem Boden sprossen wie psychodelische Pilze bei einer Full Moon Party auf Goa. Van und Transporter kann man außerdem mit der Führerscheinklasse B fahren. Eine Industrie entstand.

Es scheint beim Thema Vanlife latent um Grundsätze zu gehen, wie man Freizeit gestaltet und sich selbst im Kreislauf des Lebens sieht.

Spoiler, ich bevorzuge Vanlife – und, Trendanalysen beweisen es, ich bin damit nicht allein! Immerhin wird der Begriff über 40-tausend Mal monatlich gesucht. „Vanlife“ verbuchte einen Anstieg in den Suchanfragen von knapp 1600% über die letzten fünf Jahre. Ja selbst im letzten Monat stiegen die Suchanfragen um 22%.

Einer meiner besten Freunde hat seinen Job geschmissen, seinen Transporter ausgebaut und ist damit durch Kanada und Ost- und Südeuropa getourt. Vom Grunzen der Wildschweine zu erwachen, meint er, hat ein anderes Flair als vom Grunzen der BesoffInnen im Zimmer nebenan. Das glaubte ich ihm und lieh mir sein Gefährt für eine langes Wochenende aus. Meine „kleine Weltreise“ führte zwar nur zum Starnberger See, aber es war dennoch eine großartige Erfahrung. Man muss ein einfaches Leben leben können. Wenn du schon mal Camping er/-überleben durftest, dann ist Vanlife was für dich. Der Vergleich zu einem Tiny House drängte sich mir auf. Alles ist vorhanden, aber man braucht länger. Will man duschen, geht man eben nicht ins Bad, sondern montiert die solarbetriebene Außendusche an der Hecktür und hofft auf Sonne, staubfreien Wind und Nachbarn ohne voyeuristische Veranlagung. Schlafen geht ähnlich. Man klappt die „Kochecke“ und das „Wohnzimmer“ zusammen und schafft somit Platz für das Bett. Und, viel schöner als beim Zelten, ist man in diesem Faraday’schen Kasten vor allerlei Umwelteinwirkungen geschützt – und da zähle ich Blitze mal dazu.

Mein Fazit ist, Vanlife ist geil! Vielleicht nicht für immer, aber solange ich noch nicht „Rücken“ habe, würde ich es wieder machen. Sofort. Auch länger als 4 Tage.

Servus,

Robert vom bitzinger Team

Proteje - Who knows

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